Der nicht ganz so frühe Atomausstieg

Ein interessanter Artikel findet sich auf welt.de mit dem Titel „Röttgen und die Mär vom frühen Atomausstieg„. Bis spätestens 2030 solle die Atomenergie nur noch Geschichte sein, meint, laut Artikel, Norbert Röttgen. Empörung zeigt sich derweil aus den eignen Reihen. Man könne nicht den Atomausstieg einfach vorziehen. Pikant aber ist: an das schon vor Jahren mit den Energiekonzernen vereinbarte Ausstiegsdatum  scheint sich keiner mehr erinnern zu wollen. Gedächnisverlust oder einfach nur Verdrängung?

Welt.de hält die Diskussion jedenfalls für absurd. Wie kann es sein, dass der Eindruck entsteht, Röttgen wäre ein Gegner der Kernenergie und möchte den Ausstieg auf 2030 vorziehen, wo doch die ehemals rot-grüne Bundesregierung mit den Energieversorgern einen weit früheren Zeitplan vereinbart hat,  nämlich 2022?

Damit VERLÄNGERT Norbert Röttgen den Atomausstieg um 8 Jahre und umgibt sich aber gleichzeitig mit Floskeln wie Windkraft und Solarenergie seien „eine bessere Technologie als die Kernkraft“ und das man sich nahezu vollständig auf erneuerbare Energien umstellen müsse.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen verlängert also die Option der Energiewirtschaft auf die Einspeisung deutscher Atomenergie und hält sich damit an die Vereinbarungen der schwarz-gelben Koalition, man wolle nicht an denen von SPD und Grünen ausgehandelten Konditionen festhalten und stattdessen eine Laufzeitverlängerung in Aussicht stellen. Es solle so lange Atomenergie zur Verfügung stehen, bis diese ausreichend durch erneuerbare Energie gedeckt werden kann, gibt Welt.de die Position des Ministers wieder, welcher übrigens  in einem Buch die Atomenergie als unverzichtbar erklärt hat.

Zwar unterstütze das Umweltbundesamt, welches weiter an dem rot-grünen Ausstiegskurs festhält, den Bundesumweltminister und weist darauf hin, dass der Ausstieg bis 2020 erreichbar wäre, doch Röttgen selbst hält diesen Zeitplan für „zu optimistisch“ und für „Wunschdenken“.

Weitere Einzelheiten zum Thema, so wie den gesamten Artikel, findet man unter:

http://www.welt.de/politik/lachmann/article6480634/Roettgen-und-die-Maer-vom-frueheren-Atomausstieg.html

Ein Gedanke zu „Der nicht ganz so frühe Atomausstieg

  • 31/03/2010 um 03:24
    Permalink

    Viele Menschen beschweren sich über die Atomenergie und haben Angst. Und das nicht unbegründet. Es wäre nicht das erste Mal, dass es zu einer Tragödie kommt. Aber was ist, wenn die Atomkraftwerke abgeschalten werden und der heutzutage als selbstverständlich angesehene Strom fehlt? Wären wir dann zufrieden?
    Es ist mit Sicherheit für Umwelt und Menschheit der richtige Weg auf Windkraft oder Solarenergie usw. umzusteigen. Aber es brauch einfach seine Zeit bis wir in der Lage sind die nötige Energie auf anderem Wege herzustellen. Und solange sollte man niemanden verurteilen oder sonstiges nur weil er versucht unter dem Druck der Öffentlichkeit realistisch zu bleiben.
    Liebe Grüße
    Angie (heizungsratgeber.info)

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